Linux auf dem IPC-TopNote 5033

Dieser Laptop ist schon ein etwas älteres Semester und ich konnte ihn gebraucht erwerben. Nachdem ich eine Weile Windows 98 darauf betrieben habe, wurde mir dieses Betriebssystem irgendwann überdrüssig und ich installierte Windows 2000. Eine Boot-Zeit von ca. 5 Minuten war allerdings jenseits von Gut und böse, da aus unerfindlichen Gründen der Ruhemodus nicht funktionieren wollte.

Da ich mich sowieso etwas mehr mit Linux auseinandersetzen wollte, ergriff ich die Möglichkeit und installierte Linux darauf.

Als Distribution wählte ich das damals ganz neue Gentoo, das ich erstaunlich einfach zu installieren finde.

Allerdings entschloss ich mich schon nach wenigen Wochen dazu die Distribution zu wechseln, da der schwache Prozessor sich nicht dafür eignet die Gentoo-Compilevorgänge auszuführen. Es dauerte regelmässig über 10 Stunden ein normales Programm wie Mozilla oder Apache zu kompilieren. In dieser Zeit war der Rechner nicht benutzbar. Das war ein Zustand den ich nicht gebrauchen kann. Deshalb wählte ich fortan Debian GNU/Linux aus und installierte den Rechner neu.

Seither kann ich mich (bis auf die Arbeitsgeschwindigkeit) nicht beklagen, der Rechner läuft stabil und ich kann ihn als tägliche Arbeitsumgebung benutzen.

Hardware

Das Gerät beinhaltet folgende Komponenten:

CPU: AuthenticAMD K6-II 366 MHz
Arbeitsspeicher: 64 MB (vermutlich SD-RAM)
Grafikspeicher: 2 MB
Grafikkarte: Trident TGUI 9660
Festplatte: 4 GB
Soundkarte: ESS ES1869 (100% Soundblaster-kompatibel)
PCMCIA: Standard (i82365-Treiber)
USB: 1 Port (UHCI)
Laufwerke: Standard-Floppy und Standard-CD-ROM (24x), beide fest eingebaut
Anschlüsse: Parallel (Standard), Seriell (Standard), PS/2 (wenn benutzt, wird Touchpad vom BIOS abgeschaltet), VGA-Out (lässt sich über Fn-Tastenkombi aktivieren, BS-unabhängig), FastInfraRed (F-IR, Standard)
Power-Management: Das Gerät unterstützt APM, jedoch kein ACPI. Wenn der Akku leer ist, kann das BIOS einen Suspend-to-Disk-Modus. Soweit ich herausfinden konnte, kann man diesen Vorgang aber nicht manuell veranlassen.

Kernel-Treiber

Nachfolgende die wichtigsten Kernel-Optionen, die man zum Betrieb des Laptops aktivieren sollte.

Grafikkarte: Das Trident-Framebuffer-Modul habe ich fest einkompiliert und rufe es mit der Kernel-Option video=trident:fp,noaccel,1024x768-8@60 auf. Das noaccel ist nötig, da die Hardwarebeschleunigung zu Grafikfehlern führt. Alternativ kann man natürlich eine andere Auflösung wählen, man muss allerdings aufpassen, es passiert sehr schnell dass man nichts mehr lesen kann, wenn man eine andere Farbtiefe oder Frequenz einstellt.
Unter XFree gibt es auch ein Treiber-Modul trident, das ich mit den Standardoptionen verwende.
Soundkarte: Das Standard-SB16-Modul funktioniert. Allerdings muss ISA-Plug-n-Play aktiviert sein oder man muss die Parameter von Hand herausfinden und dem Kernel übergeben.
Den Sound über ALSA zu realisieren habe ich noch nicht versucht, es sollte aber eigentlich keine Probleme machen, da das Gerät mit den sb16-Treibern funktioniert.
PCMCIA: Der normale i82365-Treiber funktioniert mit diesem CardBus.
USB: Auch hier funktionieren die normalen USB-Komponenten des Kernels, es ist ein UHCI-konformer Controller.
Infrarot: Ich selbst benutze es nicht und habe deshalb keine Erfahrungen damit. Der Anschluss wird aber vom Knoppix-Kernel erkannt, daher sollte es eigentlich keine Probleme geben.
Software-Suspend: Da man den Suspend-To-Disk-Prozess nicht manuell veranlassen kann, hab ich die Funktion "Software-Suspend" in meinen Kernel eingebaut. Dadurch wird der Bootvorgang erheblich beschleunigt.

andere Berichte

Andere Erfahrungsberichte zum Thema Linux auf mobilen Computern gibt es bei folgenden Seiten:

Nachfolger

Seit Kurzem ist auch ein würdiger Nachfolger dieses Gerätes vorhanden, mein neuer Notebook ist ein Acer TravelMate 800 LCi, auch dazu habe ich meine Linux-Erfahrungen aufgeschrieben:

Erfahrungsbericht: Gentoo Linux auf dem Acer TravelMate 800LCi

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